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Grußwort Dr. med. Stephan Dittrich

WILLKOMMEN ZUM BUNDESKONGRESS CHIRURGIE 2022 IN NÜRNBERG!

Die medizinisch – wissenschaftlichen Sitzungen umfassen die breite Palette der Chirurgie mit praxisrelevanten Themen der Unfall-, Fuß-, Hand-, Kinder-, Allgemein- u. Viszeral- und Plastischen Chirurgie sowie der Orthopädie, der Phlebologie und der Proktologie. Die Anästhesisten werden sich wieder aktiv am Kongress beteiligen und als Novum auch die urologischen Kolleginnen und Kollegen. Erstmals wirken am Bundeskongress Chirurgie die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V., der Marburger Bund und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. aktiv mit.
Die einzelnen Sitzungen werden mit hoher fachlicher Kompetenz von den über 20 am Kongress beteiligten Fachgesellschaften und Berufsverbänden gestaltet und sind so strukturiert, dass nach den Übersichtsreferaten genug Zeit zur Diskussion bleibt.
Neben dem traditionellen Herniensymposium, der Kindertraumatologie und der Fußchirurgie finden am Freitag ein Symposium zu Chronischen Wunden sowie die proktologischen und phlebologischen Sitzungen statt. Im „Jungen Forum“ werden konkrete Fallvorstellungen aus dem chirurgischen und notfalldienstlichen Alltag sowie die Sorgen und Nöte als auch berufliche Perspektiven unserer jungen Kolleginnen und Kollegen diskutiert.
Am Sonnabend stehen die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Anästhesie, die Plastische Chirurgie, die Kinderchirurgie/-urologie, die Urologie und die Unfallchirurgie/ Orthopädie im Vordergrund.
Für die Medizinischen Fachangestellten wurde ein „Tag der Medizinischen Fachberufe“ konzipiert.
Spezielle medizinische, juristische und betriebswirtschaftliche Themen sind Inhalt zahlreicher Workshops. Unsere Industriepartner, welche wiederum stark auf dem Kongress vertreten sind und diesen großzügig unterstützen, nutzen diese Plattform auch, um ihre Innovationen vorzustellen.
Abgerundet wird das wissenschaftliche Programm durch Seminare und Kurse, auf denen die Ärzte und MFA die Fortbildungsvorgaben der DGUV (Kindertraumatologie, Gutachten, Rehamedizin und Rehamanagement), des Strahlenschutzes und der Hygienerichtlinien (z.B. Präsenzseminar „Hygienebeauftragter Arzt“) erfüllen können.

Die Diskussionen um die Bedeutung ambulanter Facharztmedizin und eine sektorenübergreifende Vernetzung der Gesundheitssysteme reißen nicht ab und sind durch die Erfahrungen mit der Corona-Pandemie umso wichtiger geworden.
Welche Rolle spielen in Zukunft die Medien, die sogar einen Bundesgesundheitsminister ins Amt heben können? Welche Rolle spielt die Digitalisierung, die vom Ansatz her hilfreich ist, aber in ihrer Umsetzung vielfach mittelalterlich-metaphysisch im einfachen Kausalzusammenhang verstanden und umgesetzt wird und den komplexen mehrdimensionalen biologischen Systemen und gleich gar nicht dem analogen System „Mensch“ bzw. „Patient“ gerecht wird? Welche Rolle spielt in der Gesundheitsversorgung in Klinik und Praxis perspektivisch der Arzt in freier, unabhängiger Berufsausübung, der dem Wohl seiner ihm anvertrauten Patienten verpflichtet ist? Oder sollte man in Zukunft von Leuten mit medizinischen Ausbildungshintergrund sprechen, die gesundheitliche Störungen ihres Klientels im Sinne eines versicherungsrechtlichen Schadens mit medizinischen Mitteln beheben? – natürlich verbunden mit einem entsprechenden Garantieanspruch auf Gesundheit und unendliche Leistungsfähigkeit! Wie geht es weiter mit den Facharztpraxen, mit Praxiskliniken, Integrativen Versorgungszentren, MVZ, Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung? Die Dominanz von Gesundheitsökonomie, die sich abzeichnende Konzentration von Industrie- und Klinikkomplexen in enger Verbindung mit einem sich verselbständigenden „Qualitätsmarkt“, mit Kostenträgern, Politik, Teilen der Berufspolitik, willfährigen Selbstverwaltungen und einem Berufsstand, dessen Mitglieder sich vielfach in die innere Emigration begeben haben oder nur ihrem Job nachgehen, zeigen grundsätzliche Systemveränderungen mit konfliktiven Inhalten, Chancen und Risiken sowie dringender Erfordernis ärztlicher Einflussnahmen an.
Meine Intention war es, dass diese Themen vom berufspolitischen Teil des Bundeskongresses aufgegriffen werden, welcher ein wichtiges Sprachrohr der Kolleginnen und Kollegen in Praxis und Klinik ist, um Freiberuflichkeit, Sektorenunabhängigkeit in der medizinischen Entscheidung im Sinne des Patienten, selbstbestimmte Qualität ärztlichen Handelns, Kooperationsfähigkeit und Streben nach sinnvoller Innovation und Fortschritt zu artikulieren. Vielleicht gelingt es, einen Anstoß zu geben, das Gesundheitswesen, aber auch die eigene Rolle und Position grundlegend neu zu denken.
Der Berufspolitische Nachmittag am Freitag bieten die Möglichkeit diese Themen mit dem Bayerischen Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Herrn Klaus Holetschek, dem Gesundheitssystemforscher Prof. Volker Amelung und den führenden Vertretern von SpiFa, Marburger Bund, BNC und BAO zu diskutieren. Das BAO Symposium am Sonnabend fungiert als Plattform für das gemeinsame Auftreten von Anästhesisten, Chirurgen, Urologen und ambulanten Operateuren in Praxis und Klinik. Auch hier sind hochkarätige Experten zum produktiven Meinungsaustausch geladen. – und anschließend feiert der Bundesverband für Ambulantes Operieren seinen 30. Geburtstag!

Eine Pandemie zeigt, dass Einflussnahmen jeglicher Couleur, insbesondere wenn sie medial getriggert sind, rasant und durchgreifend erfolgen können. - und die Anzahl der Aktivitäten macht deutlich: Es bewegt sich etwas im Gesundheitssystem. Im Ambulanten Bereich und an der ambulant/stationären Schnittstelle hat es schon lange nicht mehr so viele Chancen und Herausforderungen aber auch Risiken gegeben, wie derzeit. Aktive Berufsverbände mit aktiven Mitgliedern sind deshalb wichtiger denn je, will man freiberufliches Ethos und Existenz als Ärztin und Arzt in Praxis und Klinik bewahren.
Lassen Sie uns als Ärzte zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Partnern Gemeinsam stark unsere medizinischen und berufspolitischen Anliegen artikulieren.
Bringen Sie sich aktiv ein!
Demonstrieren Sie, dass Sie eine Verbundenheit mit Ihren Kolleginnen und Kollegen haben!
Zeigen Sie auf dem Bundeskongress Chirurgie 2022 Ihre Präsenz!

Ich freue mich, Sie auch im Namen der beteiligten Berufs- und Fachverbände in Nürnberg begrüßen zu dürfen!


Dr. med. Stephan Dittrich Dr. med. Stephan Dittrich
Kongresspräsident